Ganzheitliche Beratungen und Therapieangebote 


 
 

Kinder trauern anders











Für Kinder kann der Tod eines nahestehenden Menschen (Grosseltern, Eltern, Geschwister) sehr traumatisch ihre noch heile Welt durch-einander bringen. Sie haben vermutlich noch keine Erfahrung mit dem Tod und können daher die Endgültigkeit des Todes noch nicht begreifen und akzeptieren. Kinder sorgen sich, wer sich jetzt um die Verstorbenen kümmert und vermissen die vertraute Person sehr. Sie können nicht verstehen und begreifen, dass sie nie mehr zurück kommen wird. Sie wissen auch nicht wie sie mit dem Schmerz und der Trauer umgehen sollen.

Die Stimmungsschwankungen in der Trauerzeit sind bei Kindern gross und geben uns manchmal das Gefühl, dass es für Kinder gar nicht so schlimm ist. Sie erleben die Gefühle sehr intensiv und in kurzen Abständen und dies kann uns täuschen. Für Kinder ist es ein Schutzmecha-nismus der Seele, um den Schmerz nicht ständig ertragen zu müssen und um sich zwischen den Phasen wieder zu erholen. Sie leben viel mehr im Hier und Jetzt und lassen sich auch ablenken. Sie lachen, spielen und weinen auch plötzlich ohne ersichtlichen Grund, weil sie ein Gedanke oder eine Gegebenheit an die verstorbene Person erinnert. Bei Kindern geschieht in ihrem Verhalten vieles Unbewusst. Sie können dann selber ihre emotionalen Ausbrüche nicht benennen, geschweige den erklären. Trauernde Kinder können eine gewisse Zeit

-  depressiv oder ängstlich sein
-  grundlose Wutausbrüche haben
-  ungewöhnliche Reaktionen zeigen
-  wieder in alte Gewohnheiten zurück fallen wie Bettnässen etc.

Normalerweise dauert die Trauer bei Kindern länger wie bei Erwachsenen. Sie kehrt in Abständen immer wieder zurück. In dieser Zeit der Trauer brauchen Kinder  ihre Eltern, Grosseltern oder eine Vertrauensperson die ihnen dabei helfen. Nehmen sie Kinder ernst und gehen sie offen und ehrlich auf ihre Fragen ein. Es ist wichtig mit Kindern über den Verlust so einfach wie möglich zu sprechen und klare und wahrheitsgetreue Antworten auf ihre Fragen zu geben. Auch wenn die nahestehende Person nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, wie zum Beispiel Unfall, Selbstmord oder Mord. Vertuschen sie dies nicht, bleiben sie bei der Wahrheit. Es ist viel schlimmer für Kinder, später oder durch Andere die Wahrheit zu erfahren. Dieser Vertrauensbruch kann nicht nur jetzt sondern auch in ihrem späteren Leben Auswirkungen haben. Aber überfordern sie Kinder nicht mit unnötigen Details die sie nicht hören wollen, sondern erzählen sie ihnen nur das Wesentliche und wonach sie fragen.

Kinder können immer und immer wieder dieselben Fragen stellen, seien sie geduldig und beantworten sie ihnen diese. Kinder lernen über den Tod, indem sie Fragen stellen und Antworten bekommen. Teilen sie ihre Gefühle mit, das gibt Kindern die Gelegenheit auch über ihre Gefühle zu reden und wenn sie dies nicht können, zeichnen sie vielleicht lieber ein Bild oder möchten einfach nur ihre Nähe spüren.
Viele Kinder drücken ihre Gefühle und Gedanken durch Spielen oder andere Aktivitäten aus. Andere werden in sich gekehrt, ärgerlich, aggressiv, störrisch, traurig oder trotzig. Alles ist möglich und auch normal. Denn jedes Kind hat wie wir auch, seine eigenen individuellen Trauerphasen.

Es ist ganz wichtig Kinder bei der Planung der Beerdigung mit einzubeziehen und sie nicht von allem fern zu halten oder zu schonen. Vielleicht haben wir das Gefühl sie sind zu klein um zu verstehen. Denken sie daran, auch wenn dies der Fall ist, Kinder spüren trotzdem die emotionale Anspannung in der Familie. So natürlicher wir mit dem Verlust umgehen, so offener wir darüber reden können, so sicherer fühlen sich Kinder in seiner Trauer und es gibt ihnen Halt und Geborgenheit.

Ich unterstütze und begleite sie und ihre Familie wenn Sie Hilfe brauchen im Umgang mit trauernden Kindern oder sie sich überfordert fühlen weil der Schmerz des Verlustes für sie zu gross ist und die ganze Situation so viel von ihnen abverlangt.


 

Literaturhinweis

Ein Stern Namens Mama
Karen-Susan Fessel

Trauern Kinder anders?
Karin Haas, Gabriele Kuschke, Isa Straub